Starkregenereignisse nehmen zu, und damit wächst die Gefahr, dass das öffentliche Kanalnetz überlastet wird. Wenn das Wasser nicht mehr schnell genug abfließen kann, drückt es zurück in die Hausanschlussleitungen. Ohne eine funktionierende Rückstauklappe für Küchenabwasser kann dies dazu führen, dass schmutziges Wasser aus Ihrer Küchenspüle austritt und Ihre Wohnräume, insbesondere Souterrain-Wohnungen oder Kellerräume, überflutet.
Warum ist eine Rückstausicherung in der Küche notwendig?
Viele Hausbesitzer konzentrieren sich bei der Rückstausicherung primär auf Toiletten und Bodenabläufe im Keller. Doch auch die Küche ist ein kritischer Punkt, besonders wenn sie sich unterhalb der sogenannten Rückstauebene (meistens die Straßenoberkante) befindet.
Eine Rückstauklappe für Küchenabwasser verhindert, dass Wasser aus der Kanalisation durch die Rohrleitungen zurück in das Gebäude gedrückt wird. Ohne diesen mechanischen Schutz stehen Sie im schlimmsten Fall knöcheltief in einer Mischung aus Regenwasser und Abwasser.
Besonderheiten bei Küchenabwasser
Küchenabwasser gilt als „fäkalienfreies Abwasser“ (Grauwasser). Das bedeutet, die Anforderungen an die Rückstauklappe für Küchenabwasser unterscheiden sich technisch von denen für Toiletten (Schwarzwasser). Dennoch gibt es eine spezifische Herausforderung: Fett und Speisereste.
- Verstopfungsgefahr: Fette können erkalten und sich an den Klappen festsetzen.
- Wartungsbedarf: Durch die Fettbelastung müssen diese Klappen regelmäßig gereinigt werden, um ihre Funktionstüchtigkeit zu gewährleisten.
Welcher Typ ist der richtige?
Nach der aktuellen Norm DIN EN 13564 werden Rückstauverschlüsse in verschiedene Typen unterteilt. Für fäkalienfreies Abwasser, wie es in der Küche anfällt, kommen in der Regel Verschlüsse des Typs 2 zum Einsatz.
Eine klassische Rückstauklappe für Küchenabwasser verfügt meist über zwei voneinander unabhängige Verschlüsse (Doppelrückstauverschluss), von denen einer als Notverschluss (manuell verriegelbar) dient. Dies bietet doppelte Sicherheit.
Tipp vom Experten: Achten Sie beim Kauf unbedingt auf das CE-Zeichen und die Konformität mit der DIN EN 13564 Typ 2. Billige Importprodukte bieten oft keinen ausreichenden Schutz im Ernstfall.
Einbau und Positionierung
Der Einbau einer Rückstauklappe für Küchenabwasser kann auf zwei Arten erfolgen:
- Zentraler Einbau: Einbau in die Sammelleitung, bevor diese das Haus verlässt (oft im Kellerboden).
- Dezentraler Einbau: Direkt unter der Küchenspüle im Siphon-Bereich oder in der Anschlussleitung der Küche.
Der dezentrale Einbau ist oft kostengünstiger und einfacher nachzurüsten, besonders in bestehenden Gebäuden, wo man nicht den Kellerboden aufstemmen möchte.
Versicherungsschutz und Vorschriften
Viele Gebäudeversicherungen und Elementarschadenversicherungen zahlen bei Überschwemmungsschäden durch Rückstau nur dann, wenn nachweislich funktionstüchtige Rückstausicherungen vorhanden waren. Das Fehlen einer Rückstauklappe für Küchenabwasser kann im Schadensfall dazu führen, dass die Versicherung die Leistung verweigert oder kürzt. Prüfen Sie daher Ihre Police und rüsten Sie gegebenenfalls nach.
Wartung ist Pflicht
Eine Rückstauklappe für Küchenabwasser ist kein „Einbauen und Vergessen“-Produkt. Mindestens alle sechs Monate sollte eine Inspektion erfolgen. Dabei wird die Klappe auf Gängigkeit geprüft, von Fettablagerungen befreit und Dichtungen werden kontrolliert. Nur so ist der Schutz bei Starkregen garantiert.