Wer sein Badezimmer renoviert, steht oft vor der Entscheidung: Profi beauftragen oder selbst Hand anlegen? Das Fliesen im Bad verlegen ist eine der anspruchsvollsten Aufgaben im Heimwerkerbereich, aber mit der richtigen Vorbereitung und Technik durchaus machbar. In diesem Artikel erfahren Sie, worauf es ankommt.
Die richtige Vorbereitung des Untergrunds
Bevor Sie mit dem eigentlichen Fliesen im Bad verlegen beginnen können, muss der Untergrund perfekt vorbereitet sein. Er muss sauber, trocken, staubfrei und vor allem eben sein.
- Unebenheiten ausgleichen: Nutzen Sie Spachtelmasse, um Löcher oder Risse zu schließen. Bei Bodenfliesen hilft oft eine Nivelliermasse.
- Grundierung: Eine auf den Untergrund abgestimmte Tiefengrundierung sorgt für die nötige Haftung des Fliesenklebers.
Wichtig: Die Abdichtung im Nassbereich
Im Badezimmer ist Feuchtigkeitsschutz das oberste Gebot. Vernachlässigen Sie diesen Schritt beim Fliesen im Bad verlegen, drohen schwere Bauschäden durch Schimmel und durchfeuchtete Wände. Im Dusch- und Wannenbereich muss zwingend eine flüssige Verbundabdichtung (Dichtschlämme oder Flüssigfolie) aufgetragen werden. Ecken und Übergänge sind mit Dichtband zu sichern.
Werkzeuge und Materialien
Stellen Sie sicher, dass Sie alle Werkzeuge griffbereit haben:
- Fliesenkleber (Flexkleber für das Bad empfohlen)
- Zahnkelle (Zahnung passend zur Fliesengröße)
- Fliesenkreuzchen oder Nivelliersystem
- Fliesenschneider und Fliesenzange
- Wasserwaage und Gummihammer
Schritt-für-Schritt: Fliesen im Bad verlegen
1. Planen des Verlegemusters
Beginnen Sie nicht einfach in einer Ecke. Vermessen Sie den Raum und planen Sie so, dass an den sichtbaren Rändern keine zu schmalen Fliesenstreifen entstehen. Symmetrie ist der Schlüssel zu einer professionellen Optik, wenn Sie Fliesen im Bad verlegen.
2. Kleber auftragen
Rühren Sie den Fliesenkleber nach Herstellerangaben an. Tragen Sie ihn mit der Zahnkelle auf den Untergrund auf. Kämmen Sie den Kleber durch, um eine gleichmäßige Steghöhe zu erreichen. Arbeiten Sie immer nur in so großen Abschnitten, wie Sie in der offenen Zeit des Klebers (meist ca. 20–30 Minuten) verarbeiten können.
3. Fliesen setzen
Drücken Sie die Fliese mit einer leichten Drehbewegung in das Kleberbett. Überprüfen Sie mit der Wasserwaage regelmäßig die Ausrichtung. Nutzen Sie Fliesenkreuze für einen gleichmäßigen Fugenabstand. Wer großformatige Fliesen im Bad verlegen möchte, sollte das "Buttering-Floating-Verfahren" anwenden (Kleber auf Boden und Fliesenrückseite auftragen), um Hohlräume zu vermeiden.
4. Verfugen und Silikonieren
Nachdem der Kleber ausgehärtet ist (meist nach 24 Stunden), können Sie verfugen. Mischen Sie den Fugenmörtel an und verteilen Sie ihn diagonal zur Fuge mit einem Fugengummi. Nach dem Anziehen waschen Sie die Beläge mit einem Schwammbrett ab. Achtung: Anschlussfugen (Wand zu Boden, Wand zu Wand) sind Dehnungsfugen und dürfen nicht mit Mörtel gefüllt werden. Hier kommt Sanitärsilikon zum Einsatz.
Häufige Fehler vermeiden
Ein großer Fehler beim Fliesen im Bad verlegen ist mangelnde Geduld. Betreten Sie den Boden nicht, bevor der Kleber fest ist. Achten Sie zudem auf das richtige Gefälle in bodengleichen Duschen (mindestens 2%), damit das Wasser abfließt.